Liuto forte in e, Schwanenhals (Gitarrenstimmung)

Repertoire: sämtliche Kompositionen für Tenorlaute von 1500 – ca. 1630, bei Verwendung eines Kapodasters auf dem zweiten Bund: sämtliche Kompositionen für 6-10-chörige Altlaute von 1500 – ca. 1630, Bearbeitungen von Kompositionen für d-moll-Laute, Kompositionen für 6-10-saitige Gitarren sowie Kompositionen des 19.-21. Jahrhunderts, Continuo

11-saitig: G A H C D E A d g h e’

(8 Griffbrettsaiten, 3 Bordunsaiten)

12-saitig: G A H C D Fis (F) E A d g h e’

(9 Griffbrettsaiten, 3 Bordunsaiten)

13-saitig: G A H C D Fis (F) G E A d g h e’

(10 Griffbrettsaiten, 3 Bordunsaiten)

14-saitig: Dis (Es) G A H C D Fis (F) G E A d g h e’

(10 Griffbrettsaiten, 4 Bordunsaiten)

oder Cis Dis (Es) G A H C D Fis (F) E A d g h e’

(8 Griffbrettsaiten, 6 Bordunsaiten)

(andere Stimmungen auf Wunsch)

  • Mensur Griffbrettsaiten 64 cm, Mensur Bordunsaiten 88 cm
  • a’ = 440 Hz
  • Einzelbesaitung
  • leichte Griffbrettwölbung
  • 19 Festbünde (bewegliche Bünde auf Wunsch)
  • Eine Rosette, breiterer Korpus, 11-spänig
  • klassische oder mechanische Wirbel

Alle vier Versionen des Liuto forte in e können bei Bedarf auch wie ein Liuto forte in d besaitet werden. Sie weisen im Unterschied zum Liuto forte in d jedoch nur eine leichte Griffbrettwölbung auf.

Durch die Vielfalt der unterschiedlichen Lautenmodelle irritiert fragen Gitarristen oft, ob es nicht auch ein Instrument gibt, auf dem sich sowohl das Lautenrepertoire der Renaissance als auch das des Barock wiedergeben läßt. Dafür geeignet ist am ehesten das 11- bis 14-saitige Modell der Schwanenhalslaute in e mit einer Griffbrettmensur von 64 cm. Dieses Instrument kann bei Bedarf ebensogut als Schwanenhalslaute in d besaitet werden. Für das Renaissancerepertoires, das gewöhnlich nicht mehr als 8 oder 9 Griffbrettsaiten und eine etwas kleinere Mensur erfordert, empfiehlt sich ein Kapodaster auf dem ersten oder zweiten Bund.

Die 2002 entwickelte und inzwischen sehr beliebte Schwanenhalslaute in e eröffnet dem Gitarristen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Sie trägt dem Umstand Rechnung, daß die heute gebräuchlichste Stimmung bei den Zupfinstrumenten nicht mehr die g-Stimmung der Altlaute, sondern die e-Stimmung der Tenorlaute bzw. der heutigen Gitarre ist. Ausgehend von der vertrauten Stimmung der oberen sechs Saiten, kann sich der Gitarrist zwanglos Schritt für Schritt in die Benutzung des reichen Baßregisters einarbeiten. Selbstverständlich bleibt es dem Spieler unbenommen, zusätzlich zu den hier angeführten Einstimmungen der Baßsaiten mit weiteren Stimmvarianten zu experimentieren.

Liuto forte in e, Schwanenhals, 11-saitig

Für Spieler, die das barocke Repertoire in der e-Stimmung mit einem Minimum an Saiten doch ohne Oktavierung der Baßstimme wiedergeben möchten, ist die 11-saitige Schwanenhalslaute in e eine gute Lösung. Allerdings wird der Spieler an vielen Stellen eine in F oder Fis gestimmte freie Saite in sechster Position vermissen, wie sie die 12-saitige Version dieses Modells aufweist.

Liuto forte in e, Schwanenhals, 12-saitig

Die zusätzliche siebente Saite in Fis kann wahlweise auch nach F oder G gestimmt werden. Sie trägt dem Umstand Rechnung, daß die größten grifftechnischen Probleme der traditionellen Quartenstimmung von Gitarre und Renaissancelaute aus dem Fehlen der Töne Fis (F) und G als freie Saiten resultieren. Allein die hier zusätzlich vorhandene Saite in Fis bzw. F oder G vermag die Wiedergabe sämtlicher für die traditionelle Quartenstimmung überlieferter Kompositionen wesentlich zu erleichtern.

Liuto forte in e, Schwanenhals, 13- und 14-saitig

Die 13- und 14-saitige Version, die über die beiden in der traditionellen Quartenstimmung fehlenden Töne F und G als freie Saiten verfügt, eröffnen dem von der Gitarre kommenden Spieler nicht nur ungeahnte zusätzliche Möglichkeiten, sondern ebnen ihm auch den Weg zur d-moll-Laute. Ausgehend von der bereits vertrauten Stimmung der oberen sechs Saiten, kann sich der Spieler Schritt für Schritt in die Benutzung des reichen Baßregisters einarbeiten, dessen Töne mit denen der d-moll-Laute exakt identisch sind. Nach Beherrschung des zusätzlichen Baßregisters dieses in e gestimmten Instrumentes erschließt sich dem Gitarristen die faszinierende Möglichkeit, sein Instrument wahlweise als Schwanenhalslaute in Gitarrenstimmung (nach Noten) oder als d-moll-Laute (nach Tabulatur) zu spielen. Für einen späteren Wechsel zur d-moll-Stimmung müssen auf diesem Modell lediglich vier Saiten ausgetauscht werden.

Klangbeispiele

Bitte beachten Sie, dass bei den nachfolgenden Aufnahmen mit Liuti forti kein Unterschied zwischen dem Klang des Instrumentes in der Aufnahme und dem Klang des Instrumentes im Original besteht. Vergleichen Sie bei Bedarf den Klang der jeweiligen Stücke mit Aufnahmen desselben Stückes auf Kopien historischer Lauten, die im Internet zu finden sind.

Martin D. Bills „Celtic ballad (Homage to O’Carolan)“
Saulius S. Lipčius, Litauen,
Liuto forte in e, Schwanenhals

Little potato by Malcolm Dalglish
performed by choir Bel Canto
and Saulius S. Lipčius
Liuto forte in e

„Improvisation 2“ für Liuto forte
(das Stück beginnt sehr leise)
Christian Vasseur, Frankreich
Arciliuto forte in e-Stimmung

„Improvisation 5“ für Liuto forte
Christian Vasseur, Frankreich
Arciliuto forte in in e-Stimmung

„Improvisation 6“ für Liuto forte
Christian Vasseur, Frankreich
Arciliuto forte in e-Stimmung