Liuto forte in e (Tenorlaute)

Repertoire: sämtliche Kompositionen für Tenorlaute von 1500 – ca. 1630, bei Verwendung eines Kapodasters auf dem zweiten Bund: sämtliche Kompositionen für 6-10-chörige Altlaute von 1500 – ca. 1630, Bearbeitungen von Kompositionen für d-moll-Laute, Kompositionen für 6-10-saitige Gitarren sowie Musik des 19.-21. Jahrhunderts, Continuo

9-saitig, ohne Verlängerung:
H C D E A d g (fis) h e‘

  • Mensur 64 oder 65 cm
  • a’ = 440 Hz
  • Einzelbesaitung
  • leichte Griffbrettwölbung
  • 19 Festbünde
  • Eine Rosette, breiterer Korpus, 11-spänig
  • klassische oder mechanische Wirbel

10-saitig, mit Verlängerung für A und H (double head):
A H C D E A d g (fis) h e‘

  • Mensur Griffbrettsaiten 64 oder 65 cm, Mensur Bordunsaiten abgestuft 69 und 73 cm
  • a’ = 440 Hz
  • Einzelbesaitung
  • leichte Griffbrettwölbung
  • 19 Festbünde
  • Eine Rosette, breiterer Korpus, 11-spänig
  • klassische oder mechanische Wirbel

Das für Gitarristen am leichtesten zu handhabende Instrument aus der Familie des Liuto forte ist der mit Einzelsaiten bezogene Liuto forte in e – eine Weiterentwicklung der Tenorlaute des 16. Jahrhunderts. Außer der Gewöhnung an die zusätzlichen Baßsaiten und die andere Korpusgeometrie verlangt dieses Instrument keine grundsätzlichen Umstellungen. Mit einer Einstimmung der dritten Saite nach fis und einem Kapodaster auf dem zweiten oder dritten Bund ermöglicht dieses Modell die Wiedergabe des gesamten Renaissance-Lautenrepertoires bis hin zu John Dowland.

9- und 10-saitige Liuti forti in e erleichtern dank ihrer zusätzlichen Baßsaiten ganz wesentlich das Spielen von Bearbeitungen barocker Lautenmusik (Bach, Weiß etc.) oder moderner Anleihen bei anderen Instrumenten. Strapaziöse Griffe der linken Hand vereinfachen sich, das lästige Umstimmen der sechsten Saite nach D entfällt. 9 Saiten sind in der e-Stimmung das Minimum zur Wiedergabe des barocken Lautenrepertoires.

Es bleibt – bei Umstimmung der dritten Saite nach g (Gitarrestimmung) – jedem Einzelnen überlassen festzustellen, welche Teile des Gitarrenrepertoires auf einem Liuto forte ebensogut oder sogar besser als auf der Gitarre zur Geltung gebracht werden können. Da Gitarristen hinsichtlich der Wiedergabe von Lautenmusik auf der Gitarre ihre Toleranz bereits ausreichend unter Beweis gestellt haben, sollte der umgekehrte Weg nunmehr ebensowenig auf Befremden stoßen.

Klangbeispiele

Bitte beachten Sie, dass bei den nachfolgenden Aufnahmen mit Liuti forti kein Unterschied zwischen dem Klang des Instrumentes in der Aufnahme und dem Klang des Instrumentes im Original besteht. Vergleichen Sie bei Bedarf den Klang der jeweiligen Stücke mit Aufnahmen desselben Stückes auf Kopien historischer Lauten, die im Internet zu finden sind.

Silvius Leopold Weiss „Menuett a-moll“
Christian Hostettler, Schweiz und Deutschland, Liuto forte in e

John Dowland „Preludium“
Anett Batuschka, Deutschland
Liuto forte in e mit Kapodaster auf 2. Bund

John Dowland „Can she excuse my wrongs“
Anett Batuschka, Deutschland
Liuto forte in e mit Kapodaster auf 2. Bund

Antonio Vivaldi „Triosonate in C – Dur“ (RV 82)
Caterina Lichtenberg & Mirko Schrader,
Duetto Giocondo, Deutschland
Liuto forte in e

Antonio Carlos Jobim „Agua De Beber“ 
Peter Autschbach, Deutschland
Liuto forte in e mit Tonabnehmer

Bob Marley „I Shot the Sheriff“
Peter Autschbach, Andreas Schulz, Deutschland
Liuto forte in e mit Tonabnehmer

Improvisation über „Ricordame” von Joe Henderson
Peter Autschbach, Deutschland
Liuto forte in e mit Tonabnehmer