Noten & Tabulaturen

Lautenmusik des 16. bis 18. Jahrhunderts liegt inzwischen zu einem großen Teil in Nachdrucken von Tabulaturen (Faksimiles) oder Übertragungen in Notenschrift vor. Die Spieler des Liuto forte können daher selbst entscheiden, ob Sie diese Werke nach Tabulatur oder nach Noten spielen möchten.

Gitarristen spielen gewöhnlich auswendig, Lautenisten nach Tabulatur. Der Grund dafür liegt darin, dass die Tabulatur dem Spieler ohne zusätzliche Hilfszeichen unmittelbar vor Augen führt, wohin er seine Finger auf dem Instrument zu setzen hat. Das Spielen nach Tabulatur öffnet Ihnen nicht nur das Tor zu einem unermesslichen Schatzhaus originaler Quellen, sondern befreit Sie auch von der sklavischen Bindung an eine einzige Stimmung. Lautentabulaturen mögen auf den ersten Blick kompliziert aussehen, sind jedoch sehr einfach und in nur wenigen Tagen zu erlernen. Eine Anleitung dazu liefern wir Ihnen beim Kauf eines Liuto forte auf Wunsch kostenlos mit.

Übertragungen sowie Neuausgaben und Nachdrucke von Tabulaturen können Sie bequem bei Rainer Luckhardt, Inhaber des Seicento-Musikverlages, bestellen. Er berät Sie auch gern in Fragen einführender Literatur sowie des Repertoires für sämtliche Lauteninstrumente:

www.seicentomusic.de

Übertragungen von Werken für d-moll-Laute auf die sechssaitige Gitarre erfolgen gewöhnlich durch Transposition in höhere Lagen. Das führt nicht nur zu unnötigen technischen Schwierigkeiten, sondern entstellt den Klang des Originals auch oft bis zur Unkenntlichkeit.

Spieler des Liuto forte in e haben aufgrund der zusätzlichen Baßsaiten ihres Instrumentes jedoch die Möglichkeit, Werke, die ursprünglich für die d-moll-Laute komponiert wurden (z.B. Sylvius Leopold Weiß), entweder in der Originaltonart zu belassen oder – sofern es sich um Tonarten mit mehr als einem B handelt – um einen Halb- oder Ganzton tiefer zu transponieren. Dieses weit vernünftigere Verfahren erlaubt es, dem Klang des Originals in der d-moll-Stimmung sehr nahe zu kommen, nicht zuletzt deshalb, weil das entsprechende Werk dann sogar in seiner ursprünglichen Tonhöhe (415 oder 392 Hz) erklingt.

Unser ganz besonderes Augenmerk gilt neuen Kompositionen für den Liuto forte. Es ist von absoluter Wichtigkeit, daß dieses Instrument – wie die Gitarre im 20. Jahrhundert – originäre Kompositionen erhält. Nach den bisherigen Erfahrungen scheint es wesentlich einfacher, Komponisten der Gegenwart zum Schreiben für die Neue Laute zu bewegen, als es mit der alten Laute der Fall gewesen ist.