Liuto forte in g (Altlaute)

Repertoire: sämtliche Kompositionen für 6-10-chörige Altlaute von 1500 bis ca. 1630, Gesangsbegleitung und Consort-Instrument, Musik des 19.-21. Jahrhunderts, weniger geeignet für barockes Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts

7-saitig: D (oder F) G c f a d‘ g‘

8-saitig: D F G c f a d‘ g‘

9-saitig: D E F G c f a d‘ g‘

10-saitig: C D E F G c f a d‘ g‘

  • Mensur 59 cm
  • a’ = 415 Hz oder 440 Hz
  • Einzelbesaitung
  • leichte Griffbrettwölbung
  • 17 Festbünde (bewegliche Bünde auf Wunsch)
  • Eine Rosette, breiterer Korpus, 11-spänig
  • klassische oder mechanische Wirbel

Gitarristen, die die großartigen Kompositionen John Dowlands und seiner Zeitgenossen auf ihrem Instrument wiedergeben möchten, sehen sich gewöhnlich mit mehreren Problemen konfrontiert. Das erforderliche Herabstimmen der dritten Saite nach fis ist dabei noch das Geringste. Der prinzipiell eher dunkle, romantische Grundcharakter der modernen Gitarre prädestiniert sie nicht für eine überzeugende Wiedergabe filigraner polyphoner Strukturen, ebensowenig wie ihre zu große Mensur und die Limitierung des Tonumfangs durch die Beschränkung auf sechs Saiten.

Das Instrument, auf dem der überwiegende Teil des solistischen Repertoires für Renaissance-Laute wiedergegeben wurde, war die Altlaute. In der Familie der Lauteninstrumente spielte sie bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts dieselbe Rolle wie später die Violine im Streichensemble. Ihre erste Saite wurde – bei Mensuren zwischen 56 und 60 cm – nach g’ oder a’ gestimmt. Einer großen Klarheit im Diskantregister standen jedoch Bässe gegenüber, die diesen Namen kaum verdienten und für heutige Ohren eher stumpf klingen würden.

Mit Hilfe der neuen Deckenkonstruktion des Liuto forte ist es nunmehr gelungen, die Altlaute ungeachtet ihrer kleinen Mensur auch mit einem sonoren, tragfähigen Baßregister zu versehen, das deren klaren und brillanten Diskant wirkungsvoll kontrastiert und dem überlieferten Repertoire für dieses Instrument eine neue Tiefe gibt.

Gitarristen, denen die Benutzung eines Kapodasters zur Ausführung des Renaissance-Repertoires auf einer größer mensurierten Laute wie z.B. dem Liuto forte in e (Tenorlaute) zuwider ist, finden im kleineren Liuto forte in g ein perfektes Medium zur Wiedergabe dieser großartigen Musik. Lautenisten werden insbesondere das nunmehr vollwertige Baßregister schätzen, das den Kompositionen John Dowlands und seiner Zeitgenossen zusätzliche Ausdruckskraft verleiht und die kleine Altlaute auch in größeren Räumen zu einem wirklich ebenbürtigen Begleitinstrument des Sängers macht.

Klangbeispiele

Bitte beachten Sie, dass bei den nachfolgenden Aufnahmen mit Liuti forti kein Unterschied zwischen dem Klang des Instrumentes in der Aufnahme und dem Klang des Instrumentes im Original besteht. Vergleichen Sie bei Bedarf den Klang der jeweiligen Stücke mit Aufnahmen desselben Stückes auf Kopien historischer Lauten, die im Internet zu finden sind.

„The Gillyflower” aus „The Margaret Board Lute Book” (ca. 1620-35)
Éric Bellocq, Frankreich, Liuto forte in g (415 Hz)

John Dowland “Preludium”
Olivier Bensa, Frankreich
Liuto forte in g (415 Hz)

John Dowland “Come again”
Duo Bensa-Cardinot, Frankreich
Liuto forte in g (415 Hz)

John Dowland “I saw my lady weep”
Éric Bellocq, Frankreich, Liuto forte in g
Damien Guillon, Frankreich, Countertenor
by courtesy of Zig-Zag Records

John Dowland “Come heavy sleep”
Éric Bellocq, Frankreich, Liuto forte in g
Damien Guillon, Frankreich, Countertenor
by courtesy of Zig-Zag Records